"Am Martinstag leuchten die Laternen - möge auch dein Herz erstrahlen."
St. Martinsfest am 11. November 2025 in Zörbig | Beginn: 17:00 Uhr Sankt Mauritius-Kirche
Wie bereits in den vergangenen Jahren sind alle herzlich eingeladen zum Martinsfest am 11. November 2025 mit dem allseits beliebten Laternenumzug in Zörbig. Es ist zur Tradition geworden, den Umzug an der evangelischen Sankt Mauritius-Kirche nach der dortigen Aufführung des Martinsspiels zu beginnen und in der katholischen Sankt Antonius-Kirche seinen Abschluss zu feiern mit einem lodernden Martinsfeuer, an dem alle mit ihren bunten Laternen stehen. Wie schon während des Umzuges durch die Stadt singen Jung und Alt dabei unter anderem die bekannten Lieder „Ich geh mit meiner Laterne“ und „Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne“.
Warum an Sankt Martin Laterne gelaufen wird, geht darauf zurück, dass Martins Leichnam in einer Lichterprozession mit einem Boot nach Tours überführt wurde. Nach dem traditionellen Laternenumzug wird ein großes Feuer entfacht, um Licht in die Dunkelheit zu bringen, was die gute Tat Martins symbolisiert. Das Martinsfeuer wird noch heute in einigen Regionen Deutschlands auch zum Dank für die Ernte und zum symbolischen Abschied vom Erntejahr entzündet.
Nach altem Brauchtum gibt es wie in vielen anderen Gegenden Deutschlands auch beim Zörbiger Martinsfest das typische Gebäck zum Teilen – die Martinshörnchen [katholische Bezeichnung, Anm. d. Red.] beziehungsweise Lutherbrötchen [evangelische Bezeichnung, Anm. d. Red.]. Dieses Gebäck hat die Form einer halbierten Brezel und soll daran erinnern, dass Martin seinen Mantel mit einem Bettler teilte. Auch ähnelt das Gebäck dem Abdruck eines Hufes vom Pferd des Heiligen Martins und soll Glück bringen.
Jedes Jahr zum Martinsfest sollen wir daran erinnert werden, wie wir anderen Gutes tun können, wenn wir wie Martin miteinander teilen und aufeinander achtgeben. Diese Geste der Nächstenliebe sollte doch eigentlich ganz selbstverständlich von Herzen kommen. Sankt Martin zeigt uns, wie wichtig es ist, das Leiden und die Not der anderen zu sehen und dementsprechend zu helfen.
Für alle, die es noch nicht wissen: Der heilige Martin (um das Jahr 316 – 397) ist einer der bekanntesten Heiligen der katholischen Kirche und wird auch in der evangelischen, orthodoxen und anglikanischen Kirche als Heiliger verehrt. Martin war ein römischer Offizier zu Pferde, welcher der Kaiserlichen Garde angehörte. Im Winter 338/339 hatte er der Legende nach am Stadttor von Amiens (der Hauptstadt des französischen Départements Somme in Nordfrankreich) den frierenden, in Lumpen gekleideten Bettler im Schnee gesehen und ist nicht achtlos an ihm vorbeigeritten. Martin, der außer seinen Waffen und seinem Militärmantel nichts bei sich trug, teilte mit dem Schwert seinen Mantel in zwei Hälften und reichte dem Bettler eine Hälfte. In der folgenden Nacht sei Martin dann im Traum Jesus Christus erschienen. Dieser war mit dem halben Mantel bekleidet, den Martin dem Bettler gegeben hatte. Martin ließ sich nach diesem Erlebnis taufen und im christlichen Glauben erziehen. Später wurde er Bischof der Stadt Tours (heute Frankreich) und nach seinem Tod heilig gesprochen.
Sankt Martin ist übrigens der Schutzpatron etlicher Berufsgruppen wie etwa der Winzer, der Weber und der Schneider. Der frommen Überlieferung nach kümmert er sich zudem um Bettler, Soldaten und Haustiere.
gez.
Claudia Egert
im Auftrag des Pfarrgemeinderats von St. Antonius Zörbig
Quellen: ndr.de, sternsinger.de, vivat.de
Fotoquelle: PxHere