Kontakt

Stadt Zörbig
Markt 12
06780 Zörbig

Evangelische Kirche Löberitz

Am westlichen Dorfrand gelegen, wurde die Löberitzer Kirche im Jahre 1432, also in vor-reformatorischer Zeit erbaut. Noch früher stand hier vermutlich eine kleine Kapelle. Unter dem hölzernen Tonnendach ist der spätgotische Taufstein aus dem Jahre 1576 ältester Zeuge dieser frühen Bauzeit. Die Kirche selbst wurde als einschiffiger gotischer Bruchsteinbau errichtet, allerdings mit einem nichtvollendeten Turm.

Erst 1599 wurde mit der Fertigstellung des Turmes mit Bruch- und Backsteinen begonnen. 1602 erhielt dieser in westlicher Richtung vollendete Querturm sein bis heute typisches Zeltdach. Kurz vor Bauabschluss des Turmes wurde 1601 westlich eine zwei geschossige Empore und südlich eine Patronatsloge eingebaut. In dieser Zeit erhielt das Schiff auch Strebpfeiler. 1612 wurden die Glocken empor gezogen. Die große Glocke trug die Inschrift: „Die Lebenden ermahne ich, das Feuer beschwöre ich, die Toten beklage ich“.

Schon sehr zeitig, im Jahre 1620, bekam der sakrale Bau eine Orgel des Orgelbaumeisters Neubert aus Halle (Saale). Eine hölzerne Kanzel stammt ebenfalls aus dem frühen 17. Jahrhundert. Im Jahre 1861 musste die Glocke heruntergenommen werden, da sie gesprungen war.

Rings um die Kirche lag der alte Friedhof. Dieser wurde 1884 endgültig geschlossen. Der in den Jahren 1854/55 neu geschaffene Friedhof an der Straße nach Zörbig wurde am 16. Juni 1855 eingeweiht. Erhalten geblieben sind einige barocke Grabsteine. Im Zuge der Friedhofseinebnung wurde 1855 der Innenraum der Kirche umgebaut und gründlich renoviert.

Das Portal des Haupteinganges im Turm wurde im Tudorstil errichtet, was eigentlich für die Gegend sehr untypisch ist. Die Kirche erhielt ihr jetziges Bild. 1893 ist ein Bestand von zwei Glocken belegt.

Die erste Glocke von 0,98 m Durchmesser hat einerseits eine Reihe von Namen, andererseits das Reliefbrustbild Christi mit der
Überschrift:                       „KOMMET ES IST ALLES BEREIT“,
der Unterschrift:                „VIVOS VOCO; MORTVOS PLANGO; FVLGVRA FRANGO” und
oben am Halse steht:         „GEGOSSEN Ÿ V Ÿ LEOPOLD EBERWEIN IN HALLE 1858“.

Die zweite Glocke von 0,82 m Durchmesser hat um den Hals diese Schrift:                                                             „GEGOSSEN Ÿ V Ÿ LEOPOLD Ÿ EBERWEIN IN HALLE 1864“.
An ihr steht einerseits:       „FIDES Ÿ SPES Ÿ CHARITAS Ÿ PAX“
und darunter:                     „DVRCH GLAVBE HOFFNVNG LIEBE ZVM FRIEDEN“.