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Stadt Zörbig
Markt 12
06780 Zörbig

Evangelische Kirche Quetzdölsdorf

Die Kirchestammte aus dem 12. Jahrhundert. Das Kirchenschiff war gotisch. Der Kirchturm war im romanischen Baustil errichtet worden. Er zeigte sechs Fenster, die in zwei Rundbögen unterteilt waren, welche von einer Säule getragen wurden. Das Material zum Kirchenbau stammte aus den Quetzer Stein-brüchen.

Das Satteldach des Turmes trug eine Laterne mit Zwiebelspitze. Die Wetterfahne des Dachreiters trug die Jahreszahl 1754 und die Initialen ihres Stifters F.A.v.M (Friedrich August von Möllendorf, Königlich Preußischer Oberstleutnant und Erblehn- und Gerichtsherr auf Quetz, Zeschdorf und Dölsdorf) sowie dessen Wappen. Im Juli 1903 wurde oberhalb der Glockenstube der Dachreiter abgebrochen. Dieser wurde durch einen neuen stattlichen Turmhelm, entworfen und von dem Kreisbauinspektor Elkisch aus Delitzsch, ersetzt.

Eine noch vorhandene Schlagglocke aus dem Jahre 1586 trägt die Inschrift: *ECKARDT*KVECHGER* GOS* MICH*M* D*LXXXVI: SPES*MEA*IN* DEO*. Das bedeutet, dass diese Glocke vom Glockengießer Eckart Küchger aus Erfurt gegossenwurde. Die lateinischen Worte „Spes mea in deo" bedeuten "Meine Hoffnung in Gott". Dieser kam als Wahlspruch von Personen im 16. Jahrhundert und später häufig vor. 1882 wurden noch zwei größere Glocken und eine kleinere im Turm aufgehängt. Sie wurden im 1. Weltkrieg (1917) entnommen und kehrten 1919 neu gegossen zurück.

Bis 1968 wurde die Kirche genutzt. Anfang 1988 wurde beschlossen, die Kirche aufzugeben und kurz darauf den Turm zu sprengen, um eine Gefährdung für Bewohner und Besucher zu verhindern. Der 1903 auf-gesetzte Turmhelm soll zu schwer für den Turm gewesen sein und Risse verursacht haben. Als Kulturgut wurde er Kirche geborgen.

Die Sprengung erfolgte am 01.07.1988. Der Schutt wurde auf ein in westlicher Richtung liegendes Grundstück geschoben und zur Ufer-befestigung des 1990 entschlammten Dorfteiches verwendet.
1992 wurde auf dem Kirchengelände ein Glockenturm errichtet.

Zu diesem Zweck wurden die beiden Glocken, eine Schlagglocke von 1586 und eine andere von 1882, nach Apolda zur Reparatur geschickt. Die Glocken wurden mit Hilfe einer elektronischen Steuerung bis 2005 geläutet.

Aufgrund der Einsturzgefahr wurde der Glockenturm im Jahr 2010 abgebaut. Die Ruine der Kirche erinnert noch heute an diese unrühmliche Geschichte.