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06780 Zörbig

Vernetzung von CLLD-Projekten in der Stadt Zörbig

Vernetzung von CLLD-Projekten in der Stadt Zörbig mit Aktivierung und Qualifizierung von Ehrenamtlichen zum Betrieb einer Kultur- und Bildungsstätte im Schloss Zörbig

Zeitraum: 01. Januar 2019 - 31. Dezember 2020

 

Projektbeschreibung

Vernetzung von CLLD-Projekten in der Stadt Zörbig mit Aktivierung und Qualifizierung von Ehrenamtlichen zum Betrieb einer Kultur- und Bildungsstätte

Die Stadt Zörbig beabsichtigt, den im Stadtkern befindlichen Schlosskomplex in seinem Nutzungsprofil deutlich zu erweitern. Im Areal befindet sich ein Heimatmuseum. Im Zuge dessen Umbaus soll nicht nur der Ausstellungsbereich modernisiert, sondern zusätzlich eine Funktion als regionale Bildungs- und Begegnungsstätte mit historischem und kulturellem Fokus etabliert werden. Der dauerhafte Betrieb der Stätte soll durch einen engen Einbezug ehrenamtlicher Bürgerinnen und Bürger maßgeblich unterstützt werden. Dazu ist unter anderem das aktuelle Projekt eng mit weiteren örtlichen und regionalen CLLD-Vorhaben zu verknüpfen. In enger Kooperation mit den jeweiligen Projektteams sollen fachliche und organisatorische Ansatzpunkte aktiv identifiziert werden, um Synergien herauszufiltern und zu nutzen.

Die für die Vernetzung der Projekte und (in geringerem Maße) selbstständige und kontinuierliche Entwicklung ortsteilübergreifender identitätsstiftender soziokultureller Angebote notwendige fachliche Anleitung wird durch eine befristete Teilzeitstelle abgesichert und koordiniert.

Im Einzelnen handelt es sich dabei um die folgenden Vorhaben:

·         Das ESF-Projekt „Zörbiger Bildungslandschaft“. In dessen Rahmen werden Bildungsübergänge vom Kindes- bis ins Erwachsenenalter in der Stadt optimiert. Mögliche Anknüpfungspunkte sind unter anderem das lebenslange Lernen und die langfristige Gewinnung von jungen Ehrenamtlichen.

·         Das ESF-Projekt „AbenteuerBauKochMobil“, ein aufsuchender Beteiligungsansatz zur Jugendarbeit in der Region. Infrage kommen insbesondere die Einbindung von Jugendlichen und des Mobils bei Gestaltungsmaßnahmen, die der Vorbereitung auf künftige Aktivangebote dienen, sowie die Fachkunde des Projektteams bei der Mobilisierung von Jugendlichen zur Beteiligung an der Ortsentwicklung.

·         Das EFRE-Projekt „Innenumbau des Heimatmuseums“. Dieser stellt den ersten Schritt zur Umsetzung eines neuen Nutzungs-/Ausstellungskonzepts für das Haus dar. Die Erweiterung von einer reinen Präsentations-  zur Bildungseinrichtung erfordert von Beginn an einen hohen Grad an Bürgerbeteiligung, der durch die/den Projektverantwortliche/n einzusteuern ist. Ferner ist in das Bauvorhaben respektive der Aufbau des Ausstellungsbereichs insofern zu begleiten, als genügend Möglichkeiten und Raum für zukünftige Aktiv- und Bildungsangebote vorgesehen werden.

 

Infolge von Überalterung und demografischem Wandel wächst aber auch die Anzahl derjenigen Personen, die einen Rückzug aus dem Arbeitsleben begonnen oder schon vollzogen haben und nun, bewusst oder unbewusst, auf der Suche nach einer Sinn stiftenden Beschäftigung sind, mit der sie ihre Kompetenzen einbringen oder sogar ausbauen und damit den allseits bekannten „Wer rastet, der rostet“ – Effekten vorbeugen können.

Gleichzeitig fehlen in einer strukturschwachen Stadt wie Zörbig die notwendigen Ressourcen, um eine ganzheitliche Stadtentwicklung allein von Seiten der öffentlichen Hand sicherzustellen. Schritt für Schritt sollen deshalb Ehrenamtliche stärker als Multiplikatoren wirken und besonders die soziokulturellen Funktionen der Gemeinschaft sicherstellen helfen.

Aktuell wird (unter anderem) das Heimatmuseum Zörbig bereits jetzt weit gehend durch eine ehrenamtliche Person betreut. Wie oben beschrieben erfahren jedoch Museum bzw. generell der gesamte Schlosskomplex der früheren sächsischen Residenzstadt der Wettiner eine umfangreiche Neuorientierung räumlicher und inhaltlicher Art.

Der Gebäudekomplex, ein weithin sichtbares und in Stadt und Umland fest verankertes Zeichen regionaler Identität in der ältesten Stadt des Landkreises Anhalt-Bitterfeld, soll in Zukunft weit mehr als nur ein Heimatmuseum zur statischen Präsentation historischer Fakten sein. Museum, Schloss, Bibliothek und das momentan kaum genutzte historische Stadtarchiv sollen zusammengeführt und (neben touristischen Aspekten) als Ankerpunkt Zörbigs zu einem integrierten soziokulturellen Bildungs- und Veranstaltungszentrum entwickelt werden, das die 18 Ortsteile wieder näher zusammenführt und damit historische Stadt-Umland-Beziehungen über die Verwaltungszugehörigkeit hinaus wieder aufleben lässt.

Dieses „aufleben lassen“ ist vor allem mittel- und langfristig eine Herausforderung. Kontinuierlich muss die Bürgerschaft eingebunden werden, wenn bedarfsgerechte und der demografischen Landschaft entsprechende soziokulturelle Angebote und Veranstaltungen zur Sensibilisierung für den Standort und zur Stärkung regionaler Identität entwickelt werden sollen. Dies kann nicht funktionieren, ohne dass die Rolle des Ehrenamtes deutlich ausgebaut wird und Vereine und Bürger mehr als nur die passiven Nutzer der Räumlichkeiten werden.

Diese verantwortungsvolle Aufgabe verlangt neben einer hohen Engagementbereitschaft auch eine Reihe von Qualifikationen. Diese beginnen bei dem Wissen über historische Fakten und Zusammenhänge einschließlich deren Bezügen in die Gegenwart und setzen sich beim Ausbau der methodischen Fähigkeiten zur anschaulichen und lebendigen Vermittlung fort. Sie verlangen Ideenreichtum und Fantasie bei der Entwicklung von Angeboten beispielsweise für Kinder und Jugendliche bis hin zu Grundwissen über Marketingmethoden und Öffentlichkeitsarbeit. Darüber hinaus sollten diese Ehrenamtlichen Vorbild- und Multiplikatorenfunktionen wahrnehmen, um weitere Bürger zur Beteiligung an der soziokulturellen Stadtentwicklung zu akquirieren.

Das vorliegende Projekt dient dem Erwerb dieser Qualifikationen durch ausgewählte Ehrenamtliche und der engeren Verschränkung zwischen laufenden CLLD- (Schloss- und Museumsumbau mit Neuorientierung) bzw. sozialen Projekten (Zörbiger Bildungslandschaft).

 

Dafür werden durch die Europäische Union 52.393,27 EUR zur Verfügung gestellt.