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Sachsen Anhalt

Reconquista oder Das Schachspiel kehrt zurück!

Festschrift zum 30. Jahrestag der Gründung einer Schach-Arbeitsgemeinschaft in der Schule von Löberitz am 4. September 1978 (von Konrad Reiß)

Dr. Richard von Weizsäcker,
Bundespräsident a. A.

schreibt sich nach einem Gespräch über die Nachwuchsarbeit der SG 1871 Löberitz anlässlich seines Arbeitsbesuches zur Organisation der Flutopferhilfe am 18.10.2002 in Bitterfeld in die "Löberitzer Schachchronik" ein:

"Schulschach ist wertvoll und förderungswürdig ..."

Richard v. Weizsäcker (Unterschirft)
Bitterfeld, am 18.10.2002

Als im 13. Jahrhundert n.Chr. die Spanier die Iberische Halbinsel nach einer fast fünfhundertjährigen Besatzungszeit von den Arabern zurückeroberten, war es für die Nachwelt so bedeutsam, dass sich die unter der Bezeichnung "Reconquista" laufende Operation zum geflügelten Wort entwickelte. Auch für das Schach in Löberitz war es 1978, also vor nunmehr dreißig Jahren, äußerst wichtig, dass der fast erloschenen Schachtradition wieder neues Leben eingehaucht wurde.
Erinnert sei an die Bedeutung, die der 1871 entstandene Löberitzer Schachklub als Gründungsverein des "Deutschen Schachbundes" und des "Saaleschachbundes" im 19. Jahrhundert hatte. Zwischen den beiden Weltkriegen wurde es ruhiger und auch nach 1945 blieben die unterschiedlichen schachlichen Aktivitäten ohne Nachhaltigkeit. Es wurde Zeit, sogar höchste Zeit, dass das Schachspiel zu einer "Reconquista" ausholte und sich altes Terrain zurückeroberte.

Diese Entwicklung gipfelte in solchen Erfolgen wie Teilnahmen an DDR-Meisterschaften und Deutschen Meisterschaften durch Ina Schleiss, Sabine Kaspar, Nicole Nentwig, Rebekka Reiß, Stephanie Reiß, Konstanze Reiß, Viktoria Reiß, Pauline Mertens und Nicklas Braun Die Basis für das entstandene Niveau war über dreißig Jahre eine ständige Nachwuchsarbeit und darüber soll diese Festschrift berichten.

Die Gründung der Arbeitsgemeinschaft

Mitte der siebziger Jahre entwickelte sich in Zörbig die dortige Schulschachgemein-schaft zu einer der im Nachwuchsschach leistungsstärksten Vereine des Bezirkes Halle. Das vom Übungsleiter Konrad Reiß angewandte "Pyramidiale System" brachte sport-liche Erfolge. Und so kam es in mehreren Nachbarorten, wie zum Beispiel in Spören (Joachim Neubert), Stumsdorf (Ottokar Dwarsuck) und auch in Löberitz zu Gründun-gen von Arbeitsgemeinschaften.

Gründungstag in Löberitz war Montag, der 4. September 1978. In der Löberitzer Schachchronik steht folgender Vermerk: (s.Bild)

Initiator war der aus Zörbig kommende 24-jährige Übungsleiter Konrad Reiß, selbst ein gebürtiger Löberitzer. Innerhalb kürzester Zeit und in Verbindung mit der Schulleitung konnte eine große Anzahl der Löberitzer Schüler für diese Gemeinschaft gewonnen werden. Immerhin fanden am 18. September 29 Kinder den Weg zur ersten Trainingsstunde in dem Raum 5 der Schule. Natürlich konnten in der folgenden Zeit nicht immer so viel Teilnehmer gezählt werden, aber letztlich bildete sich ein Stamm von 15 Kindern her-aus. Zu diesem Stamm gehörten unter anderen Thomas Richter, Lars-Guido Hauch-witz, Ines Stenschke, Stefan Hampel, Sabine Kaspar, Anke Schilling, Doreen Kobelt, Ricarda Beyer und Carsten Daus. Diese nutzten dankbar diese neue Art der Freizeitbeschäftigung. Schach

Durch regelmäßiges und intensives Training zeichneten sich schnell erste Erfolge ab. Deutlich wird dies schon bei der Kreismeisterschaft im Oktober 1978, als Sabine Kaspar in der Altersklasse 7/8 den ersten Kreismeistertitel für die noch junge Gemeinschaft erkämpfte. Viele Unternehmungen ließen die Gemeinschaft zusammenwachsen.

1985 wurden die Jubiläumsgrüße während einer Rennsteigwanderung der Löberitzer Mädchenmannschaft von Wilhelmsthal zum Inselsberg eingeübt und können in diesem Jahr endlich vorgezeigt werden.