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Stadt Zörbig
Markt 12
06780 Zörbig
Sachsen Anhalt

Ortschaft Zörbig

Eine Besiedlung des Landes zwischen Strengbach und Fuhne kann schon seit mehr als 5.000 Jahren nachgewiesen werden. Ackerbauern und Viehzüchter, die nicht in geschlossenen Ortschaften siedelten, bestimmten das Bild des fruchtbaren Landstriches in der Jungsteinzeit. Auwälder grenzten an die ehemals mächtigen Flüsse, die noch bis zur heutigen Zeit ihr Urstromtal aufzeigen. Um 700 nach Christus drängten die slawischen Wenden die germanischen Stämme in breiter Front Richtung Westen und nahmen unter anderem auch Besitz von der Region unseres heutigen Zörbig. Obwohl die Slawen um 900 nach Christus das eroberte Gebiet wieder aufgeben mussten, prägten sie durch ihre Ortsgründungen bis zum heutigen Tag diesen Landstrich.

Die Geschichte der jetzigen Gemeinden wie Zörbig, Löberitz oder Quetz verrät schon durch die Namensgebung ihre slawische Herkunft. Sie lässt sich unter anderem auch dadurch nachweislich bis zur damaligen Zeit zurückverfolgen. Als dominante Ortsgründung muss Zörbig, im slawischen Sprachgebrauch auch Curbici, angesehen werden, denn eine feste Burganlage sicherte im von Wasser umgebenen Strengbachbogen eine stetige Entwicklung der Siedlung und gewährte den dort siedelnden Menschen den notwendigen Schutz. Mittelpunkt dieser wehrhaften Siedlung war ein runder Burgfried, der uns nach einigen Umbauten bis zum heutigen Tag erhalten geblieben ist.

Nach Zurückeroberung der Gegend durch deutsch-germanische Stämme, spätestens aber im 11.Jahrhundert, bauten diese die strategisch wichtige Sorbenfeste mit dominierenden Holzbefestigungen in eine den Zeiten trotzenden Steinburg um. Doch da war Zörbig, die erste urkundliche Erwähnung stammt übrigens vom 29. Juli 961 durch Kaiser Otto I., schon der Mittelpunkt einer mehr oder weniger großen Dorfgruppe. Diese Entwicklung wurde mit der Verleihung des Stadtrechts belohnt. Die Stadt entwickelte sich im Mittelalter rasant in den Grenzen einer geschlossenen Stadtmauer, die zusätzlich mit mehreren Türmen, befestigte Tore und Gräben ihre Wehrhaftigkeit dokumentierte.

Von der Stadtmauer ist heute nur noch ein kleines Stück erhalten. Auch der erst letztens renovierte Hallesche Turm ist ein Überbleibsel aus dieser Zeit. Die ehemaligen Stadtgräben und Wallanlagen sind auch heute noch gut erkennbar und laden als relativ geschlossener Grüngürtel zu einem ausgedehnten Spaziergang um den Altstadtkern ein. Neben der alten Burganlage, die im 17. Jahrhundert unter Herzog August von Sachsen-Merseburg zum Residenzschloss umgebaut wurde, kann die Stadtkirche St. Mauritius" als ältestes Bauwerk des Ortes angesehen werden. Aus Vorgängerkirchen hervorgehend, erhielt das in der Stadt dominierende Bauwerk zwischen 1518 und 1540 seine heutige Form.